DITIB-Dreieich - Dreieicher Moschee

Bauen nach Kassenlage

Die Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde wird frühestens in zwei Monaten fertig. Das Anfang 2010 gestartete Bauprojekt in Dreieich-Sprendlingen wird überwiegend durch Spenden finanziert.

Von Dirk Rüsing

Frühestens in zwei Monaten rechnet Sefa Sahin mit der Fertigstellung der neuen Moschee seiner Türkisch-Islamischen Gemeinde an der Schlagfeldstraße in Sprendlingen. Das Gebets- und Gemeindehaus befinde sich noch im Rohbau, erklärt der Vorsitzende des Moschee-Vereins, der dem Dachverband Ditib abgehört. Da das Anfang 2010 gestartete Bauprojekt überwiegend durch Spenden finanziert werde, seien dessen Fortschritte „eine Frage des Geldes“, erklärt Sahin.

 

Mittlerweile habe sich die Gemeinde entschieden, dem Moschee-Bereich des Gebäudes Priorität einzuräumen. „Die Gebetsräume sollen zuerst fertig und in Betrieb genommen werden“, sagt der Gemeindevorsitzende. Dies könne frühestens im Juli der Fall sein, erklärt er. Sahin betont, zur Eröffnung werde es eine Einweihungsfeier geben, zu der alle Bürger Dreieichs eingeladen würden.

 

Alle Bürger sind eingeladen

 

„Unser Gebäude ist von öffentlichen Interesse, also dürfen alle zum Gucken kommen“, sagt er. Das Moscheebauprojekt in Dreieich war nicht unumstritten. Als die Pläne bekannt wurden, formierte sich Widerstand in der Bevölkerung.

Auch vor diesem Hintergrund lobt Sefa Sahin das Forum der Religionsgemeinschaften in Dreieich. Dazu haben sich alle in der Stadt aktiven religiösen Gruppen informell zusammengeschlossen. Mit dabei sind die beiden christlichen Kirchen, die thailändischen und koreanischen Buddhisten, die Türkisch-Islamische Gemeinde, die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche, die Neuapostolische Kirche sowie die Evangelische Freikirche.

Das Forum diene dem Kontakt und dem gegenseitigen Kennenlernen der verschiedenen Religionsgruppen, erklärt Karin Scholl, Leiterin des Integrationsbüros der Stadt. Bei den regelmäßigen Treffen des Forums tauschen sich die Gruppen aus und kommen sich näher. „Für die interkulturellen Wochen in diesem Jahr werden derzeit gemeinsame Aktionen geplant“, sagt Scholl. Für Sefa Sahin ist das alles „sehr interessant“: „Man wusste ja vorher kaum etwas voneinander.“

 

Das Forums betreibt auch Öffentlichkeitsarbeit für die verschiedenen Religionen. Derzeit wird per Pressemitteilung über Buddhismus und die beiden örtlichen Tempel informiert. „Zudem sind wir für alle interessierten Bürger ansprechbar, die etwas über Religionen erfahren wollen“, sagt Karin Scholl.

 

Quelle: https://www.fr.de/rhein-main/kreis-offenbach/bauen-nach-kassenlage-11411614.html