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Moschee in Dreieich

Eine Begegnungsstätte für verschiedene Kulturen

In Dreieich ist der Grundstein für eine Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde gelegt worden. Es entsteht ein Vereins- und Gebetshaus. Gegen das Projekt gab es zunächst Widerstände.

Von Eberhard Schwarz, Dreieich

Die Moschee in Dreieich soll in Zukunft nicht  nur ein Treffpunkt für Muslime sein.

Die Moschee in Dreieich soll in Zukunft nicht nur ein Treffpunkt für Muslime sein.

09. Mai 2010

Mit einer symbolischen Grundsteinlegung an der ausgehobenen Baugrube hat die Türkisch-Islamische Gemeinde Dreieich gestern den Baubeginn für ihre neue Moschee begangen. Vor drei Jahren hatte die als Verein firmierende Gemeinde, die zum Dachverband „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (Ditib) gehört, das gut 1000 Quadratmeter große Grundstück an der Schlagfeldstraße in Sprendlingen erworben. Dort sollen ein Vereins- und ein Gebetshaus entstehen. Der Dreieicher Gemeinde gehören etwa 80 Mitglieder an. Als die Baupläne seinerzeit bekanntwurden, regte sich zunächst Widerstand unter den Anwohnern.

Gestern war davon nichts mehr zu spüren. Mit dem Bau des neuen Vereinshauses wolle man „auf keinen Fall Macht demonstrieren“, hob Fuat Kurt, der Vorsitzende des Ditib-Landesverbands Hessen, hervor. Das Gemeindehaus solle Begegnungsstätte verschiedener Kulturen werden. Der Ditib-Bundesvorsitzende Sadi Arslan aus Köln sagte, eine Moschee sei ein Ort des Zusammenkommens sowohl für die Gemeindemitglieder als auch mit den nichtmuslimischen Nachbarn. Arslan bezeichnete den Islam als Teil Deutschlands; daher gehörten Moscheen nicht mehr in Kellerräume und Hinterhöfe. Der türkische Generalkonsul Ilhan Saygili aus Frankfurt gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Projekt positiv abgeschlossen werde. Der Dreieicher Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) machte deutlich, gerade in der heutigen Zeit sei es notwendig, dass sich Menschen verschiedenen Glaubens kennenlernten und sich im gegenseitigen Respekt entgegenträten. Der katholische Pfarrer Erik Wehner wies darauf hin, es sei wichtig, dass Menschen Räume hätten, in denen sie beten könnten.

Männer und Frauen getrennt

Bisher kam die Dreieicher Gemeinde in einem etwa 120 Quadratmeter großen Gebetsraum auf einem benachbarten Grundstück an der Maybachstraße zusammen. Sefa Sahin, der Vorsitzende der Gemeinde, hob gestern hervor, die Räume dort hätten nicht mehr ausgereicht. Im Vereinshaus entstehen rund 150 Quadratmeter umfassende Büro- und Schulungsräume sowie ein 130 Quadratmeter großer Mehrzweckraum mit Teeküche. Von den beiden dazugehörigen Wohnungen ist eine für den Imam (Vorbeter) der Gemeinde vorgesehen. Die zweite Wohnung und ein Laden im Erdgeschoss sollen vermietet werden. Das Gebäude wird nach Angaben des Architekten Mustafa Ekiz, Frankfurt, aus Kostengründen ohne die ursprünglich geplante Tiefgarage errichtet.

In der separaten Moschee werden ein 180 Quadratmeter großer Gebetsraum für Männer im Erdgeschoss und eine etwa 90 Quadratmeter große Gebetsgalerie für Frauen im Obergeschoss zur Verfügung stehen. Die Rohbau-Kosten bezifferte Ekiz auf rund 400.000 Euro. Neben dem Rohbau werden Gewerke wie Dach, Sanitär, Heizung, Elektro und Fenster von Handwerksfirmen ausgeführt. Vorgesehen ist, von der Gesamtbausumme – rund eine Million Euro – 20 Prozent in Eigenleistung auszuführen. Finanziert werde das Vorhaben aus Spenden der Mitglieder: Beim Freitagsgebet sammelt die Gemeinde Geld. Auch andere Ditib-Gemeinden hätten das Vorhaben des Moschee-Neubaus finanziell unterstützt. Im Juli nächsten Jahres sollen beide Gebäude fertig sein.

 

Quelle: FAZ.NET